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Was ist eine Tagesmutter und wie finde ich sie?

Zuletzt geändert: 16.10.2026
5 Min. Lesezeit
Eine Tagesmutter betreut und spielt mit den Kindern
Das Thema Kinderbetreuung ist bei Eltern nach wie vor ein großes und vor allem wichtiges Thema. Immerhin gibt man seine Liebsten in die Hände Fremder, weil man selbst gerade keine Zeit für sie hat – aus welchen Gründen auch immer. Eine beliebte Alternative zu Kindergärten und Krippen ist daher die Betreuung durch eine Tagesmutter. Vor allem, wenn kein Kindergartenplatz zur Verfügung steht, was leider trotz des Rechtsanspruchs nach § 24 SGB VIII immer noch oft genug vorkommt. Ab dem ersten Geburtstag haben Kinder Anspruch auf einen Platz in einer Kita oder bei einer Tagesmutter, ab drei Jahren bis zur Einschulung auf einen Kindergartenplatz. Doch was genau ist eigentlich eine Tagesmutter, wie findet man sie und welche Kosten sind damit verbunden? Hier erfahrt ihr alles Wichtige rund um das Thema Tagesmutter.

Das Wichtigste zuerst: Was ist eine Tagesmutter?

Eine Tagesmutter ist eine qualifizierte Betreuungsperson, die Kinder in einem familiären Umfeld – meist im eigenen Zuhause oder einer geeigneten Einrichtung – betreut. Diese Form der Kinderbetreuung ist gesetzlich anerkannt und besonders für die Jüngsten geeignet. Tagesmütter bieten flexible Betreuungszeiten und können individuell auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen, was die Entwicklung der Kinder fördert. Ein großer Vorteil ist die kleinere Gruppengröße im Vergleich zu Kindergärten, was eine vertraute und familiäre Atmosphäre schafft, eine intensivere Betreuung ermöglicht und daher besonders vorteilhaft für die frühkindliche Entwicklung sein kann.

Vor- und Nachteile einer Tagesmutter auf einen Blick

Vorteile
Eine Tagesmutter bietet viele Vorteile. Die flexible Gestaltung der Betreuungszeiten erleichtert beispielsweise eure Alltagsplanung erheblich. Die kleinere Gruppengröße ermöglicht eine individuellere Betreuung und fördert die Entwicklung der Kinder.
  • Individuelle Betreuung: Tagesmütter können auf die Bedürfnisse und Wünsche eures Kindes besser eingehen.
  • Flexible Betreuungszeiten: Viele Tagesmütter bieten flexible Zeiten an, die sich an euren Arbeitszeiten orientieren.
  • Familiäre Atmosphäre: Kinder fühlen sich oft wohler in einer kleinen Gruppe und können sich schneller an ihre Betreuerin gewöhnen.
Nachteile
Ein möglicher Nachteil ist die Abhängigkeit von einer einzelnen Person. Fällt die Tagesmutter wegen Krankheit oder Urlaub aus, müsst ihr euch schnell um eine Ersatzbetreuung kümmern, was ziemlich stressig sein kann. Auch die pädagogische Qualität kann variieren, weshalb eine sorgfältige Auswahl wichtig ist.
  • Qualitätssicherung: Tagesmütter brauchen in der Regel eine Pflegeerlaubnis vom Jugendamt (§ 43 SGB VIII) und betreuen meist höchstens fünf Kinder gleichzeitig. Wie viel Qualifizierung verlangt wird, ist je nach Bundesland verschieden. Fragt deshalb nach Pflegeerlaubnis und Qualifizierung.
  • Verfügbarkeit: In stark nachgefragten Gebieten kann es schwierig sein, eine Tagesmutter in der Nähe zu finden.
  • Abhängigkeit: Bei einer Tagesmutter seid ihr von einer einzigen Person abhängig. Fällt sie wegen Krankheit oder Urlaub aus, müsst ihr schnell umplanen.
  • Kosten: Tagesmütter sind privat bezahlt oft teurer als ein Kita-Platz.
Eine Tagesmutter ist mit den Kindern im Sportraum

Wie finde ich am besten eine geeignete Tagesmutter?

Erste Schritte
Eine effektive Möglichkeit, um eine geeignete Tagesmutter zu finden, ist, Online-Plattformen wie Wonda zu nutzen. Diese bietet eine benutzerfreundliche Suche, um eine Tagesmutter in eurer Nähe zu finden. Ihr könnt bei Wonda sogar nach spezifischen Kriterien filtern, um die beste Betreuung für euer Kind zu finden und Kontakt zu Tagesmüttern aufzunehmen. Auch beim örtlichen Jugendamt oder Elterninitiativen erhaltet ihr Informationen und könnt euch über freie Plätze informieren. Oftmals haben diese Institutionen Listen von Tagesmüttern, die in eurer Region arbeiten. Auch persönliche Empfehlungen von anderen Eltern können wertvolle Hinweise geben. Alternativ bieten auch Fachberatungen und freie Träger Unterstützung bei der Suche an.
Wichtige Kriterien
Bei der Auswahl einer Tagesmutter solltet ihr auf verschiedene Kriterien achten. Auch wenn natürlich jeder individuelle Bedürfnisse hat, ein paar generelle wichtige Kriterien sind die Nähe zum Wohn- oder Arbeitsort, die Deutschkenntnisse (oder wenn gewünscht andere Sprachkenntnisse!) der Betreuungsperson, der Erziehungsstil und die Räumlichkeiten. Auch der Tagesablauf, das Angebot an Aktivitäten und die Ernährung spielen eine wichtige Rolle. Ein persönliches Kennenlernen und ein Vorgespräch in den Räumlichkeiten der Tagesmutter sind deshalb mehr als empfehlenswert, um sicherzustellen, dass die Chemie zwischen eurem Kind und der Betreuungsperson stimmt. Denn wenn euch die Tagesmutter per se unsympathisch ist und ihr euch nicht wohl mit ihr fühlt, macht es absolut keinen Sinn, euer Kind dort abzugeben. Egal, wie groß die Not ist!

Kosten und Abrechnung bei einer Tagesmutter

Wie hoch die Kosten für eine Tagesmutter sind, hängt vor allem davon ab, wie sie vermittelt wird: Wird die Tagesmutter über das Jugendamt vermittelt, zahlt ihr wie in der Kita einen einkommensabhängigen Elternbeitrag, je nach Bundesland bzw. Kommune ist die Betreuung teils sogar beitragsfrei. Bezahlt ihr die Tagesmutter privat, wird der Stundensatz frei mit ihr vereinbart. Die Abrechnung erfolgt meist monatlich und wird entweder direkt von den Eltern an die Tagesmutter bezahlt, oder vom Jugendamt festgesetzt und eingezogen, sofern die Vermittlung der Tagesmutter über das Jugendamt stattfindet. Der Elternbeitrag entfällt auf Antrag, wenn ihr zum Beispiel Grundsicherungsgeld (früher Bürgergeld), Sozialhilfe, Kinderzuschlag oder Wohngeld bezieht (§ 90 Abs. 4 SGB VIII). Fragt dazu bei eurem Jugendamt nach.
Folgende Fragen bestimmen die Kostenhöhe für eine Tagesmutter:
  • Wie viele Stunden wird das Kind betreut?
  • Wie viele Kinder werden von der Tagespflegeperson betreut?
  • Welche Erfahrung und Qualifikation kann die Tagespflegeperson nachweisen?
  • Wie hoch ist die Nachfrage nach Tagesmüttern in der Region?
  • Wie sehr wird die betreffende Person nachgefragt?
  • Braucht das Kind eine spezielle Betreuung? (z.B. aufgrund von Beeinträchtigung)
  • Wird die Tagesmutter vom Jugendamt vermittelt?
  • Wird die Tagesmutter privat finanziert?
Eine Tagemutter fördert die Kreativität der Kinder

Kann man eine Tagesmutter steuerlich absetzen?

Seit 2025 könnt ihr 80 Prozent der Kosten als Sonderausgaben absetzen, höchstens 4.800 Euro pro Jahr und Kind. Die Kosten müssen in der Steuererklärung in der Anlage Kind eingetragen werden. Wichtig ist: Ihr braucht eine Rechnung und müsst per Überweisung auf das Konto der Tagesmutter zahlen, Barzahlung erkennt das Finanzamt nicht an. Außerdem muss das Kind jünger als 14 Jahre sein. Für Kinder mit Behinderung gilt keine Altersgrenze, wenn die Behinderung vor dem 25. Geburtstag eingetreten ist und das Kind sich deshalb nicht selbst unterhalten kann.
Die Suche nach einer geeigneten Tagesmutter ist trotz hilfreicher Portale wie Wonda ganz sicher kein Zuckerschlecken. Aber wie heißt es so schön? Erst die Arbeit, dann das Vergnügen! Eure Kinder werden es euch danken …

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